Auf der Website heißt es, man spreche hier unsere Sprache - das ist nicht richtig! Wenn die Tochter der Vermieterin da ist (wenn!), kann man englisch reden. Die Wohnung ist in Kopfschmerz und Übelkeit auslösendem Maße Vanille-Aroma geschwängert - nach drei Tagen waren alle Quellen gefunden und weitgehend neutralisiert. Die Lichtschalter folgen einer nicht nachvollziehbaren Logik: den richtigen Schalter für das gewünschte Licht zu finden, blieb bis zum Schluss eine Herausforderung. Im Übrigen ist das Licht ausschließlich für abendliches Fernsehen konzipiert, Zeitung oder Bücher lesen ist abends nicht vorgesehen. Die Betten sind mit 180cm für Nordeuropäer wie mich zu kurz. Dazu kommt, dass die durchgehende Federkernmatratze im "Elternschlafzimmer" jede Regung des einen verstärkt an den anderen weitergibt. Die Dusche ist eine mittlere Katastrophe: Badewanne mit (zu) kurzer Seitenscheibe, die Wassertemperatur schwankt. In der Toilette lief das (tiefblau gefärbte und wonach wohl duftende?) Wasser in den ersten drei Tagen nur sehr langsam ab - dann legte sich das Problem allmählich. Alle Innentüren klemmen und / oder knarzen zum Steinerweichen. Wie man da nachts geräuschlos ins Bad kommen soll, ist unklar. Die Balkontüren lassen sich immerhin mit einem Trick kippen ohne dass einem die ganze Tür entgegen fällt: erst vollständig verriegeln, dann mit dem Fuß unten dagegen halten und die Türe vorsichtig kippen.
Der Balkon ist eigentlich genial – wären da nicht die Stammkunden der nahen Rasenmäher-Verkaufsstelle: Die Wohnung ist als ruhig / in ruhiger Lage angepriesen, aber die Inhaber der benachbarten Grundstücke legen einen gewissen fast wütenden Ehrgeiz an den Tag, ihren Rasen nicht nur auf „englisch“ zu mähen, sondern auch in stundenlanger Kleinarbeit zu trimmen. Der Elektromotor ist dort wohl weitgehend unbekannt. Noch in einem weiteren Punkt stimmt die Beschreibung der Wohnung nicht: Der nächste Lebensmittel-Laden ist nicht einen, sondern mindestens zweieinhalb Kilometer entfernt. Für mal eben Brötchen holen ist das ein gewaltiger Unterschied. Immerhin sind auf diese Weise tägliche Fußmärsche von mindestens fünf Kilometern vorprogrammiert. Die farbliche Gestaltung der Wohnung kommt auf der Webseite sehr ansprechend herüber und wirkt vor Ort tatsächlich zunächst recht einladend - allerdings stellte sich mit der Zeit heraus, dass diese Farbgebung doch sehr unruhig ist; dann begann sie allmählich die Nerven etwas zu strapazieren.
Sonst war's schön.